Minijobs

Es gibt zwei Formen von Minijobs: Geringfügig entlohnte Minijobs und Kurzfristige Minijobs.

Geringfügig entlohnte Minijobs

sind auf einen Maximallohn von 450 Euro im Monat beschränkt. Dann sind sie sozialversicherungsfrei.

Sie können auch mehrere geringfügig entlohnte Minijobs zur gleichen Zeit haben - die Summe aus allen Löhnen darf zusammen jedoch trotzdem 450 Euro pro Monat nicht überschreiten. Tut sie dies doch, werden Sie in allen Minijobs sozialversicherungspflichtig.




Üben Sie neben einer Hauptbeschäftigung mit Sozialversicherungspflicht noch einen Minijob aus, so ist dieser auch sozialversicherungsfrei. Jeder weitere Minijob wird jedoch mit Ihrer Hauptbeschäftigung zusammengerechnet und ist dann für Sie kranken-, renten- und pflegeversicherungspflichtig. Nur Beiträge zur Arbeitslosenversicherung werden für diese Nebenjobs nicht fällig.

Kurzfristige Minijobs

sind auf maximal zwei Monate (nur wenn mindestens fünfmal in der Woche gearbeitet wird) oder auf 50 Tage beschränkt. Diese Beschränkung ist entweder vertraglich geregelt oder ergibt sich aus der Art der Tätigkeit. Bei kurzfristigen Minijobs ist keine Verdienstobergrenze gesetzt.


Darauf sollten Sie achten!

  • Versicherung und Steuern

Rentenversicherung: Minijobs, die Sie seit dem 01. Januar 2013 aufgenommen haben, sind versicherungspflichtig in der gesetzlichen Rentenversicherung. Sie können sich aber auf Wunsch von dieser Rentenversicherungspflicht befreien lassen. Hauptvorteil von der Anmeldung in der Rentenversicherung ist, dass Ihnen die vollen 12 Monate Wartezeit angerechnet werden (es werden 60 Monate Beitragszahlung benötigt, um Rente zu bekommen). Nachteil ist, dass der tatsächliche Rentenanspruch, den Sie erwerben, sehr gering ist. (Bei einem Minijob mit 450 Euro zahlen Sie 17,55 Euro Arbeitnehmeranteil im Monate, bekommen aber nur ca. 4,50 Euro an Rente.)  Unabhängig davon, ob Sie sich befreien lassen oder nicht, muss Ihr Arbeitgeber 15 % in die gesetzlich Rentenversicherung einzahlen, Sie zahlen 3,9%.


Antrag zur Befreiung von der Rentenversicherungspflicht

Generell ist die mangelnde soziale Absicherung in einem Minijob gegenüber einem sozialversicherungspflichtigen Job für Frauen oft ein großes Risiko!

Lohnsteuer: Der Arbeitgeber/die Arbeitgeberin zahlt einen Pauschalbeitrag in Höhe von 2% des Lohns als Lohnsteuer. Sie müssen nichts bezahlen.

Krankenversicherung: Der Arbeitgeber/die Arbeitgeberin zahlt einen Beitrag zu Ihrer Krankenversicherung (13% des Lohns). Allerdings nur, wenn Sie als Arbeitnehmerin bereits anderweitig krankenversichert sind. Aus dem Beitrag entsteht für Sie als Arbeitnehmerin kein eigenes Versicherungsverhältnis, außerdem haben Sie keinen Anspruch auf Krankengeld (das Krankengeld wird von der Krankenkasse gezahlt, wenn Sie länger als sechs Wochen krank sind, wobei die ersten sechs Wochen von Ihrem Arbeitgeber/Ihrer Arbeitgeberin bezahlt werden) Wenn Sie aber privat- oder familienversichert in der Krankenversicherung sind, bleibt Ihr voller Versicherungsschutz bestehen.

Arbeitslosenversicherung: Weder Ihr Arbeitgeber/Ihre Arbeitgeberin noch Sie zahlen in die Arbeitslosenversicherung. Sollten Sie den Minijob verlieren, haben sie keinen Anspruch auf Arbeitslosengeld I.

Pflegeversicherung: Wenn Sie bei einer Krankenkasse kostenfrei familienversichert sind, sind sie auch kostenfrei pflegeversichert. Sind sie freiwillig (privat) krankenversichert, müssen Sie sich bei der selben Kasse kostenpflichtig pflegeversichern.

Unfallversicherung: Ihr Arbeitgeber/Ihre Arbeitgeberin muss volle Beiträge zur Berufsgenossenschaft zahlen, so dass Sie nach einem Arbeitsunfall Anspruch auf volle Leistungen haben.

  • Ihnen steht Urlaub zu. Dieser berechnet sich aus den Arbeitstagen pro Woche.
  • Sie haben Anspruch auf anteilig gleichen Lohn wie Vollzeitbeschäftigte. Bei einem Tarifvertrag oder einer Betriebsvereinbarung im Betrieb gelten die Regelungen auch für Sie. Bei Tariferhöhungen haben Sie auch Anspruch darauf. Eine Tariferhöhung darf keine Stundenkürzung begründen, es sei denn, Sie würden ansonsten durch die Lohnerhöhung Ihre 450 Euro-Grenze überschreiten.

Minijob als Einstieg – Darauf sollten Sie achten!

  • Viele Frauen hoffen, den Minijob als Brücke in eine sozialversicherungspflichtige Beschäftigung nutzen zu können. Laut einer Studie, die im Auftrag des Bundesfamilienministeriums durchgeführt wurde, schafft jedoch nur jede Siebte den Sprung in eine Vollzeitstelle. Nur jede Vierte erreicht wenigstens eine reguläre Teilzeitstelle mit mindestens 20 Stunden pro Woche.
  • Stattdessen identifizieren sich Frauen oft schnell mit ihren Minijobs, besonders wenn sie einen Minijob als Hauptbeschäftigung ausüben. (Die Studie spricht von einer Klebe- statt Brückenfunktion.)
  • Minijob-Branchen sind vor allem der Handel, Gebäudereinigung und das Gastgewerbe. Häufig werden in diesen Branchen sozialversicherungspflichtige Jobs durch Minijobs ersetzt, so dass ein Einstieg in einen Teilzeit- oder Vollzeitjob gar nicht möglich ist.
  • Wenn Sie einen Minijob als Einstieg nutzen wollen, sollten Sie bereits im Erstgespräch klären, ob Aufstiegschancen bestehen und Qualifizierungsmaßnahmen angeboten werden. Sie sollten Ihren Wunsch, aus dem Minijobbereich auszusteigen, dem Personal- oder Betriebsrat mitteilen, um so in zukünftigen Personalplanungen aufgenommen und unterstützt zu werden.
  • Sie sollten sich weiterhin auf Teil- und Vollzeitstellen bewerben!

Mehr Info:

Minijob-Zentrale

Service-Telefon: 0355 2902-70799 (montags bis freitags 7:00 bis 19:00 Uhr)


E-Mail: minijob@minijob-zentrale.de

www.minijob-zentrale.de
 

Fachdienst Frauen und Chancengleichheit
Tel.: 06031/83 5301
Leonhardstr. 7
61169 Friedberg
Mo.-Mi.: 08.30 - 12.30 Uhr, 
             13.30 - 16.00 Uhr
Do.:       08.30 - 12.30 Uhr,
             13.30 - 18.00 Uhr
Fr.:        08.30 - 12.30 Uhr

RSS - Minijobs abonnieren