Sarah Hakenberg begeisterte beim Wetterauer Frauensommer

Eine Frau singt in ein Mikrofon.

Sarah Hakenberg spielte nicht nur virtuos Klavier, sondern hatte mit tollen Texten und viel Humor wichtige politische Themen auf der Agenda.

Letzte Woche feierten die Frauenbeauftragten des Wetteraukreises und der Städte Bad Nauheim, Karben und Friedberg zusammen mit rund 100 überwiegend weiblichen Gästen den diesjährigen Internationalen Frauentag in der Trinkkuranlage in Bad Nauheim. Diesen hatten sie coronabedingt kurzerhand vom 8. März in den Frauensommer verlegt.

Landrat Jan Weckler, Klaus Kress, Bürgermeister von Bad Nauheim und Kornelia Schäfer, Frauenbeauftragte des Wetteraukreises betonten in ihrer Begrüßung, wie stark Frauen von den aktuellen Krisen betroffen seien, wie z.B. die geflüchteten ukrainischen Frauen und Ihre Kinder oder auch die Frauen in Deutschland, die in der Pflege oder zuhause einen Großteil der Sorgearbeit während der Pandemie gestemmt haben.

„Die Gleichberechtigung von Frauen ist in Krisenzeiten wie diesen umso wichtiger, damit die Potentiale von vielen klugen, kreativen und lebenserfahrenen Frauen nicht ungenutzt bleiben“, appellierte daher Kornelia Schäfer.

Landrat Weckler nutzte den Abend um zum zehnjährigen Jubiläum dieses interkommunalen Veranstaltungsformats der Frauenbeauftragten zu gratulieren und bedankte sich bei Patrica Mayer, Michele Kabisch und Gaby Davis mit dem neuen Buch „50 Jahre Wetteraukreis.“

Highlight des Abends war im Anschluss die Kabarettistin Sarah Hakenberg, die virtuos Klavier spielte und mit tollen Texten und viel Humor wichtige politische Themen wie den Krieg, die Klimakrise und die Gleichberechtigung der Geschlechter auf der Agenda hatte.

Zum Beispiel, wenn sie von Georgs Fixierung auf seinen neuen SUV mit den tollen Ledersitzen singt und damit mehr Klimabewusstsein von jedem einzelnen einfordert oder das seltsame Phänomen der vergesslichen Spitzenpolitiker aufs Korn nimmt.

Oder wenn Sie dem Publikum ein neues Kinderbuch vorliest, in dem dann doch wieder sehr traditionelle Geschlechterrollen propagiert werden, à la die Mutter bleibt zuhause und kümmert sich um die Kinder, der Mann geht arbeiten und kommt im besten Fall zum Abendessen nach Hause. „Mit Gleichberechtigung hat das ganze wenig zu tun“ so Hakenberg. Denn es gehe eben nicht darum, dass die Mutter nach drei Jahren Elternzeit vielleicht auch einfach Lust hat, arbeiten zu gehen oder dass der Vater ja auch mal den ein oder anderen Nachmittag zuhause bleiben könnte.

Auch die spießbürgerliche Kleinfamilie sowie die Reichen und Schönen wurden von ihr durch den Kakao gezogen. So zitiert sie eine Familie aus einer Wohnzeitschrift, der es in Zeiten des Klimawandels doch eher peinlich sein sollte, riesige Häuser mit Swimmingpools zu bauen, anstatt sich darüber auszulassen, wie schwierig es doch sei, in so großen Häusern Privatsphäre herzustellen.

Die Gäste genossen den amüsanten und lauen Sommerabend sichtlich und nutzten in der Pause den parkähnlichen Außenbereich der Trinkkuranlage, um miteinander ins Gespräch zu kommen und sich zu vernetzen.

Weitere Veranstaltungen im Rahmen des Frauensommers finden noch bis Ende September statt. Bei den rund 20 Veranstaltungen, geht es darum, Frauen wertzuschätzen und ihre Leistungen in den unterschiedlichsten Lebensbereichen anzuerkennen und sichtbar zu machen. Das Programm ist zu finden auf den Frauenseiten.

veröffentlicht am: 22. Juli 2022